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Politik
Nach 75 Jahren feierte
der Parlamentarische Rat seine
Geburtsstunde im Museum Koenig in Bonn
Am 1. September 1948 kamen die „Väter und Mütter des Grundgesetzes“ zum ersten Mal zusammen, um eine vorläufige Verfas‑
sung auszuarbeiten, für den von den Westalliierten kontrollierten Teil Deutschlands, die künftige Bundesrepublik Deutschland.
Anlässlich des 75. Jahrestags der konstituierenden Sitzung des Parlamentarischen Rates lud der Deutsche Bundestag
Repräsentanten der fünf Verfassungsorgane und hochrangige Gäste am Freitag, 1. September 2023 zu einer Feierstunde
im Museum Koenig in Bonn ein. Die Festrede hielt Bundespräsident a. D. Joachim Gauck.
Zusammenschluss für Frieden und Men-
schenrechte in Frage. Wir brauchen daher
verstärkt eine demokratische Bewusst-
seinsbildung, beispielsweise in Schulen
und in gesellschaftspolitischen Projekten
für Menschen jeden Alters. Es ist eine ge-
samtgesellschaftliche Aufgabe, die Ent-
wicklung unserer Demokratie und unseres
Grundgesetzes aufmerksam zu verfolgen.“
Im Anschluss an die Feierstunde fand
im Museum Koenig eine Begegnung von
Jugendlichen mit den Repräsentanten
der Verfassungsorgane statt.
Die Jugendlichen aus Euskirchen und
Potsdam präsentierten Ergebnisse eines
Gruppenfoto im früheren Adenauerzimmer im Museum Koenig: (v.r.) Bundesratspräsident Peter Tschentscher, Bonns Workshops zum Thema 75 Jahre Parla-
Oberbürgermeisterin Katja Dörner, Bundeskanzler Olaf Scholz, Bundestagspräsidentin Bärbel Bas, mentarischer Rat.
Festredner Bundespräsident a. D. Joachim Gauck und Bundesverfassungsgerichtspräsident Stephan Harbarth
Foto © Giacomo Zucca/Bundesstadt
Dazu erklärte Bundestagspräsiden- ten, die Verantwortung, die das Grund-
tin Bärbel Bas: „Aus dem Provisorium gesetz in unser aller Hände legt, anzu-
Grundgesetz ist eine Erfolgsgeschichte nehmen. Sie ist Ausdruck der Würde, die
geworden: die weithin geschätzte Ver- aus Untertanen Bürger macht. Somit ist
fassung unseres Landes. Doch unser klar: Alles steht und fällt mit uns.“
Land verändert sich, unsere Gesellschaft
wird vielfältiger, bunter, unverbindlicher
und brüchiger. Dies macht das Grundge-
setz umso bedeutender: Als Fundament
von Werten und Regeln, auf die wir uns Bundeskanzler Olaf Scholz im Gespräch mit Jugendli-
chen Foto © KABINETT
alle einigen können und müssen - jen-
seits aller Unterschiede.“
Bundespräsident a. D. Joachim Gauck Foto © KABINETT
In ihrem Grußwort bezeichnete Bonns
Oberbürgermeisterin Katja Dörner das Ju-
biläum als Ausdruck der „Erfolgsgeschich-
te unseres Grundgesetzes und unserer
bundesdeutschen Demokratie“. Sie blicke
dankbar zurück auf die Arbeit des Parla- Jugendliche diskutierten Ergebnisse eines Workshops
v.l. Bundestagspräsidentin Bärbel Bas, Bonns Oberbür- mit Bundespräsident a.D. Joachim Gauck © KABINETT
germeisterin Katja Dörner, Konrad Adenauer, Enkel von mentarischen Rates und zugleich in be-
Konrad Adenauer erster Bundeskanzler der Bundesrepu- sorgter Verantwortung auf die Zukunft der Die Feierstunde am 1. September 2023
blik Deutschland , © KABINETT Demokratie: „Wer unsere demokratische eröffnete eine Reihe von Veranstaltun-
Festredner Joachim Gauck sagte: „Es gilt, Grundordnung infrage stellt, stellt auch gen des Deutschen Bundestages und der
die Bereitschaft beständig wachzuhal- Europa und die Vereinten Nationen als Bundesstadt Bonn.
Hintergrundbild © Peggy_Marco, pixabay.com; userid:1553824
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