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Gesellschaft
Eine Hommage an Kunst und Nostalgie
von Nicola Pfitzenreuter
Endlich ist es wieder so weit: Nach
drei Jahren Corona-Zwangspause
nehmen Bernhard Paul und seine
Artisten uns wieder mit auf eine
fantastische Reise: Eine Reise zum
Staunen, Lachen und Träumen. Die- v.l. Gensi, Weißclown, Paolo Carillon, Quincy Azzario, Foto © KABINETT
ses Mal entführt er uns in seine ganz Alle Ihre Shows haben Sie immer
eigene Welt – die Welt der Kunst. unter das Motto „Reise zum Regen-
Herr Paul, das Thema Kunst zieht bogen“ gestellt. Was haben Sie auf
sich wie ein roter Faden durch Ihre dieser Reise alles erlebt? Es ist sogar mein zehntes Buch! Ich
diesjährige Show. Was hat Sie dazu Ich habe in den Jahren vieles gese- gebe darin einen tiefen Einblick in
inspiriert? hen – und noch mehr erlebt! Vor allem mein Leben, das Wien der 70er Jahre,
„Inspiriert hat mich dazu `All for Art erinnere ich mich an eine Menge Bü- der Zirkus-Gründung und den Höhen
for All` mein Leben, mein eigener Be- rokratie in den diversen Städten! Frü- und Tiefen des Zirkuslebens.
ruf. Ich habe Kunst studiert. Es hat her mussten wir zum Beispiel gucken,
mich immer fasziniert, wie viele Men- wo wir unsere Post abholen konnten. Ein Zirkus, der Jahrhunderte für
schen etwas machen, was man im Zir- Außerdem brauchten wir einen extra Jung und Alt verbindet. Nostalgie
kus umsetzen kann. Toulouse-Lautrec Wagen für die 3.000 Tagestickets. Das pur!
hat zum Beispiel Zirkus-Bilder gemalt. war alles ein ungeheuer großer Auf- www.roncalli.de
Oder nehmen Sie das Bauhaus-Ballett, wand und viel Organisation. Da freue
das sind alles Zirkus-Kostüme. Kunst ich mich heute über jedes Online-Ti-
und Zirkus passen zusammen, als wä- cket und jede E-Mail!
ren sie füreinander gemacht!“
Welche Momente sind Ihnen beson-
Gibt es für den Zuschauer noch ders in Erinnerung geblieben?
mehr Kunst-Elemente als die wun- Ich denke vor allem gerne an die vie-
derbaren Kostüme? len außergewöhnliche Menschen zu-
„Die moderne Technik ist ebenfalls rück, die ich kennengelernt habe. Eine
eine Kunstform. In der Show setzen großartige Erinnerung ist der Gastauf-
wir Holografie ein und präsentieren tritt von Heinz Rühmann 1984, den
beispielsweise dreidimensionale Pferde ich sehr verehre. Aber auch Sting, der
und Elefanten. Wir zeigen den Men- Seiltanz lernen wollte, war großartig!
schen die großen Dickhäuter – aber
ohne, dass die Tiere dafür extra gefan- Nun ist Ihre Autobiografie „Meine
gen werden müssen! Manchmal ist die Reise zum Regenbogen“ erschie-
Illusion viel schöner als die Realität.“ nen. Worum geht es darin? Bernhard Paul, Direktor Roncalli,
Elke Dagmar Schneider, Chefredakteurin KABINETT, Foto © KABINETT
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